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Unsere Vereinsgeschichte

Der Musikverein Göge-Hohentengen kann auf eine lange, bewegte Historie zurückblicken. An dieser Stelle ein kurzer Einblick in die Geschichte

Im Jahre 1819 gründete Josef Kieferle die "Hohentenger Blechmusikgesellschaft", deren öffentliche Auftritte sich anfangs auf das Aufspielen bei "Hochzeiten, Tänzen und anderen Volksbelustigungen" beschränkten. Aber schon recht bald wurden auch Konzerte veranstaltet, wie zum Beispiel im Juli 1864 im Gasthaus "Hirsch" in Günzkofen. Im Jahre 1898 war die "Hohentenger Blechmusikgesellschaft" schon 13 Mann stark. 1896 nahm die Musikgesellschaft an der Weihe der neuen Fahne der Bürgerwache Mengen teil und 1897 wurde in Beizkofen das erste Kinderfest abgehalten, an dessen musikalischer Umrahmung sich eine kleinere, im Ort selbst aufgestellte Musikgesellschaft beteiligte. Diese veranstaltete in den folgenden Jahren ebenso wie die Musikgesellschaft von Ölkofen laufend kleinere Auftritte.

Der Musikverein anno 1898

Neuen Aufschwung erhielt die Hohentenger Musikgesellschaft nach dem ersten Weltkrieg durch ihre Neugründung im Jahre 1923.
Auf dem Bezirksmusikfest in Ummendorf erzielte die Musikgesellschaft Hohentengen am 19./20. Juli 1924 in der Anfängerstufe mit der "Lustspielouvertüre" von Menzel einen 1c-Preis. Beim großen Beizkofer Schülerfest (14./15. September 1924) wetteiferten die Streichmusikgesellschaft Beizkofen und die Musikgesellschaft Hohentengen beim Fackelzug, beim Empfang der Festgäste wie auch beim Festzug und bei geselliger Unterhaltung. Auf dem IV. Oberschwäbischen Musikverbandsfest in Leutkirch (18.-20. Juli 1925) erzielten die Hohentenger Musiker in der Anfängerstufe mit der Ouvertüre "Priesterchor" und der "Sarastro-Arie" aus der Zauberflöte einen II. Preis.
Am 10. Januar 1926 erweiterte der Beizkofer Schultheiß und Landtagsabgeordnete die Musikgesellschaft zum "Musikverein Hohentengen", dem sich dann auch die Musikgesellschaft Ölkofen anschloß. Eine stattliche Anzahl passiver Mitglieder bot den Musikern fortan eine feste finanzielle Grundlage. Die Erfolge blieben auch nicht aus: auf dem Bezirksmusikfest in Ebenweiler (15./16. Mai 1926) wurde in der Unterstufe mit der "Mignonetten-Ouvertüre" von Baumann ein 1b-Preis, und auf dem VII Oberschwäbischen Verbandsmusikfest in Saulgau (9.-11. Juli 1927) in der Unterstufe wieder ein 1a-Preis erzielt. Innerhalb des Musikvereins bestand zusätzlich eine eigene Tanzkapelle, die anläßlich Hochzeiten auftrat.
Mit dem Marsch "Prinz Eitel Friedrich" von Silwedel errang der Verein auf dem Bezirksmusikfest in Ostrach (10./11. Juli 1928) in der Mittelstufe wieder einen 1a-Preis.

Der Musikverein anno 1927

Wie bei allen übrigen Vereinen bedeutete das Jahr 1933 auch für den MVH einen wesentlichen Einschnitt. Schon am 9. Juni war er die erste SA-Kapelle des Oberlandes. Dementsprechend ist innerhalb des Vereinslebens in den folgenden Jahren von vielen Tag- und Nachtdiensten, Reisemärschen und frohem Beisammensein die Rede. Trotz dieser Verpflichtungen pflegte der Verein in hohem Maße konzertante Musik und erzielte auf dem 1. Musikfest des Bezirks 10 Oberschwaben in Ravensburg (7./8. Juli 1934) in der niedersten Stufe mit der Ouvertüre "Hermannus Contractus, 1. Akt" von Bohne einen 1a-Preis.

Der Musikverein anno 1935

Einen Höhepunkt bildete der 3. Volksmusiktag des Reichsverbands für Volksmusik am 25./26. Mai 1935 in der eben erst fertiggestellten Turn- und Festhalle, in der sich auch das Probelokal des Musikvereins befand. Am Wertungsspiel nahmen 42 Gastvereine teil und den Abschluß bildeten Massenchorvorträge auf dem Festplatz. Wieder brachten Kriegs- und Nachkriegszeit einen tiefen Einschnitt in das Vereinsleben. Viele aktive wurden zur Wehrmacht eingezogen, acht sind gefallen. Trotz eines während des Krieges erlassenen Verbots spielte der Verein bis Kriegsende bei allen kirchlichen Anlässen. Durch Bestimmung der Besatzungsmächte wurde jedoch im Jahre 1945 jegliches Vereinsleben verboten.
Am 8. Mai 1949 fand in der "Krone" in Beizkofen die Neugründung statt. Schon 1952 traten die Musiker als Ehrenkapelle beim 30jährigen Jubiläum des Musikvereins Reute/Fronhofen auf und nahmen am 31. Mai 1953 als Gastkapelle am Musikfest in Schussenried teil. Auf dem Kreismusikfest in Ertingen (11./12. Juli 1953) erhielten sie im Wertungsspiel der Unterstufe erneut mit der Ouvertüre "Hermannus Contractus" die Note sehr gut/ gut. Nachdem der Verein am Musikfest in Langenenslingen teilgenommen hatte (31. Mai/2. Juni 1958), richtete er 1959 in Hohentengen das Kreismusikfest des Kreises Saulgau aus, mit dem die weihe einer neuen Vereinsfahne verbunden wurde. Patenkapelle war die Stadtkapelle Mengen mit dem Spielmannszug der Bürgerwache, am Wertungsspiel nahmen 10, am Massenchor und Nachmittagskonzert 28 Musikvereine teil.

Der Musikverein anno 1959

Der Gesamtverein umfasste zu dieser Zeit 22 aktive und 300 passive Mitglieder. Die Aktivitäten des Vereins bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen umfassten die traditionellen Auftritte im Jahreslauf aber auch außerplanmäßig umrahmten die Musiker weitere Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Göge. Dies waren, um nur einige zu nennen, der Bezirksschützentag 1974, der Gegenbesuch Hohentengen/Hochrhein 1975, zahlreiche Einweihungen und Gartenfeste, Platz- und Frühjahrskonzerte, Rekrutenvereidigung, Bezirksmusikfest in Hohentengen 1984 oder auch Hochzeiten, Musikerbälle, Ständchen, Mitwirkung an Straßenfesten oder der alljährliche Blutritt in Weingarten.

Der Musikverein anno 1997

Im Jahr 1983 übernahm Musikdirektor Max Serazio aus Pfullendorf die musikalische Leitung der Kapelle, zunächst für ein Jahr als Interimslösung und ab 1985 als ständiger Dirigent. In seiner fast 10-jährigen Amtszeit konnte der Leistungsstand der Kapelle enorm verbessert werden. Mehrere erfolgreiche Wertungsspielteilnahmen in der Mittelstufe, sowie eine regelmässige Abhaltung von Konzerten mit beachtlichem Niveau fallen in diese Zeit.
Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod des Vorstandes Hans Lutz im Jahr 1985 übernahm dessen bisheriger Stellvertreter Thomas Kaufmann das Amt des 1. Vorsitzenden. In dieser Zeit beschritt der Verein neue Wege in der Jugendausbildung.
Unter der Federführung des Jugendleiters Pius Binder wurde 1983 die "Bläserschule des MV Hohentengen" gegründet. Diese qualifizierte, kostengünstige und auf den Verein zugeschnittene Nachwuchsförderung bewährt sich bis heute. Mit viel Engagement und Idealismus wird die Förderung des Nachwuchses durch den damaligen Jugendleiter Pius Binder, den Lehrkräften der Bläserschule, sowie dem Freizeitteam, im musikalischen als auch im außerfachlichen Bereich betrieben. Steigende Schülerzahlen, gute Ergebnisse bei D-Prüfungen und Jugendkritkspielen, sowie die sehr erfolgreichen Jugendkonzerte sind ein Beweis dafür.

Nach dem Abschied von Musikdirektor Max Serazio im März 1993 konnte mit Erwin Welte aus Mengen erneut ein qualifizierter und engagierter Dirigent gefunden werden. Unter seinem Dirigat wuchs die Kapelle zu einem stattlichen Blasorchester mit 70 Musikern, welches einen beachtlichen Leistungsstand erreichte.
Erfolgreiche Wertungsspielteilnahmen im Aktiven- als auch im Jugendbereich, sowie die Durchführung musikalisch außergewöhnlicher Veranstaltungen, wie z.B. das Gemeinschaftskonzert Chöre - Musikverein am 02.01.2000 in der St. Michaels-Kirche, runden diesen Eindruck ab. So nahm der Musikverein im Jahre 2001 beim Wertungsspiel anlässlich des dritten Bundesmusikfestes in Friedrichshafen teil und erzielte in der Mittelstufe die Note "Hervorragend".

Im Jahr 2003 übernimmt Daniela Pfau für kurze Zeit als erste Frau in der Vereinsgeschichte den Dirigentenstab bevor dann im Jahre 2005 Pius Binder das Amt des Dirigenten übernimmt. Im Jahre 2006 übernimmt Roland Längle das Amt des ersten Vorsitzenden und löst nach 21 Jahren Thomas Kaufmann in diesem Amt ab. Thomas Kaufmann wird für seine Verdienste um den Verein 2008 zum Ehrenvorstand des Musikvereins 1819 Göge-Hohentengen e.V. ernannt.
Unter der musikalischen Leitung von Pius Binder konnte das Niveau des Vereins weiter gesteigert werden. So nahm der Musikverein anlässlich des Kreismusikfestes 2012 in Blochingen mit 93 aktiven Musikern am Wertungsspiel in der Oberstufe teil und erzielte mit den Stücken "Second Suite in D" und "New York Ouverture" das Ergebnis "Sehr gut". Beim Frühjahrskonzert 2012 wurde Pius Binder für seine Verdienste um die Musik in der Gemeinde Hohentengen von Bürgermeister Peter Rainer zum "Musikdirektor der Gemeinde Hohentengen" ernannt.

Der Musikverein 2012, Foto: Exclusiv Fotografie Müller

Im Jahr 2012 wurde auch die Grenze von 100 aktiven Musikern überschritten und so ist der Musikverein Hohentengen die größte Kapelle im Kreisverband Sigmaringen. Dieser enorme Zuspruch ist für die Vereinsführung Ansporn, die erfolgreiche Jugendarbeit in der vereinseigenen Bläserschule weiterzuführen und auszubauen. Seit 2011 führt der Musikverein zusammen mit den Kindergärten St. Maria und St. Nikolaus Kurse der Musikalischen Früherziehung für Kinder zwischen 4 und 6 Jahren durch. Ebenso engagiert sich der Verein seit 2009 im Rahmen der Kooperation Schule-Verein an der Göge-Schule Hohentengen und bietet dort den Blockflötenunterricht an.

 

 

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